Pädiatrische Endokrinologie-Diabetologie (Diabetes und Hormonbehandlungen bei Kindern)

Die pädiatrische Endokrinologie-Diabetologie ist ein Fachbereich der Kinderheilkunde, der sich mit Hormon- oder Diabeteserkrankungen bei Kindern befasst.

Diabetes bei Kindern

Wenn Kinder an Diabetes erkranken, dann leiden sie meist unter dem Typ 1 Diabetes. Bei Diabetes Typ 1 handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse angreift. Die Beta-Zellen sind im Körper dafür zuständig, das Hormon Insulin zu produzieren. Insulin ist im Körper wichtig, um den Zucker aus dem Blut in die Zellen weiterzuleiten, wo er dann zur Energiegewinnung benötigt wird. Sind die Beta-Zellen im Körper komplett zerstört, dann kann das Kind kein eigenes Insulin mehr produziert, dann führt dies dazu, dass das Insulin in der Regel über Spritzen verabreicht werden muss.

In der pädiatrischen Endokrinologie-Diabetologie versuchen die Mediziner, den Stoffwechsel des Kindes zu normalisieren und dabei zu hohe oder zu niedrige Blutzuckerwerte zu vermeiden. Der Mediziner wird die Therapie individuell auf die Bedürfnisse und die Möglichkeiten des Kindes anpassen. Darüber hinaus werden auch Eltern über die Erkrankung und das Leben mit dieser aufgeklärt. In speziellen Schulungen wird das Wissen über Diabetes erweitert und Kind und Eltern wird beigebracht, wie man am besten mit der Erkrankung umgeht. An diesen Schulungen können beispielsweise auch Lehrer oder Betreuer teilnehmen, die sich im Umfeld des Kindes befinden. Lehrer sollten beispielsweise immer informiert werden, wenn bei einem Kind Diabetes Typ 1 vorliegt, denn die Kinder müssen dann beispielsweise auch während des Unterrichts etwas essen, um eine Unterzuckerung zu vermeiden.

Darüber hinaus arbeiten die Fachärzte der pädiatrische Endokrinologie-Diabetologie ein spezielles Behandlungskonzept aus. Kinder mit Diabetes Typ 1 benötigen mehrmals täglich Insulin. Dieses Insulin kann entweder über Spritzen, Pens oder über eine Insulinpumpe verabreicht werden. Zunächst erhält das Kind lange wirkendes Insulin, das sogenannte Basalinsulin. Nach dem Essen steigt der Blutzuckerspiegel in der Regel an, weshalb hier nochmals zusätzlich Insulin verabreicht werden sollte. Diese Dosierung richtet sich jedoch immer nach der Art der Mahlzeit und körperlichen Aktivitäten. Durch eine spezielle Ernährung und ausreichend Bewegung kann der Blutzuckerspiegel natürlich, abgesenkt werden. Im Grundsatz können Kinder mit Diabetes alles Essen, jedoch wird den Eltern in der pädiatrische Endokrinologie-Diabetologie gezeigt, wie sie die Kohlenhydrate einer Mahlzeit genau ausrechnen können, denn anhand dieser Kohlenhydrataufnahme wird dann auch die nächste Dosis Insulin berechnet.

Der Blutzuckerspiegel muss bei den Kindern ständig überwacht und gemessen werden. In der pädiatrischen Endokrinologie-Diabetologie wird den Eltern oder auch dem Kind selbst gezeigt, wie dies geht. Der Blutzuckerspiegel muss bei den Kindern etwa acht Mal täglich und auch in besonderen Situationen, wie beispielsweise vor sportlichen Aktivitäten gemessen werden. In der pädiatrischen Endokrinologie-Diabetologie wird den Eltern oder Kinder auch gezeigt, wie sie mit kritischen Werten umgehen müssen. Bei einem zu niedrigen Wert kann das Kind beispielsweise etwas mit schnellen Kohlenhydraten essen, damit der Wert nicht weiter absinkt. Bei einem zu hohen Wert kann es nötig sein, dass sofort Insulin gespritzt werden muss.

Die Kinder mit Diabetes werden bis zu einem gewissen Alter, ständig von der pädiatrischen Endokrinologie-Diabetologie betreut, bevor sie dann von Diabetologien für Erwachsene weiter betreut werden.

Hormonbehandlungen bei Kindern

Bestimmte Erkrankungen beim Kind können beispielsweise Verzögerungen oder einen kompletten Stillstand in der Entwicklung auslösen. Um solchen Entwicklungsstörungen entgegenzuwirken wird in der pädiatrischen Endokrinologie-Diabetologie häufig eine Hormonbehandlung durchgeführt.

Gefolgt von einem ausführlichen Gespräch und körperlichen Untersuchungen stellt der Facharzt einen speziell auf das Kind ausgerichteten Hormonplan zusammen. Zur Hormonbehandlung kommen dann häufig Medikamente oder Spritzen zum Einsatz. Des Weiteren klären die Mediziner der pädiatrische Endokrinologie-Diabetologie die Eltern und das Kind auf und beraten auch über Lebenswandel und Ernährung. Da zu den Entwicklungsstörungen auch häufig psychologische Probleme wie Depressionen oder mangelndes Selbstvertrauen hinzukommen, betreuen die Mediziner die Kinder und die Eltern auch dahingehend.

Neben Wachstums- oder Entwicklungsstörungen werden in der pädiatrischen Endokrinologie-Diabetologie auch sämtliche weitere Hormonerkrankungen, wie zum Beispiel Schilddrüsenprobleme, behandelt.